Der Moment, in dem ich wusste: Ich will Coach werden

Meine persönliche Begegnung mit der Fokusarbeit „Intuitive Wegweisung“

Die grössten Wendepunkte ergeben sich meist ganz ungeplant.
So auch meine Neuorientierung aus der IT mit Web- und Grafikdesign hin zur Begleitung von Menschen durch Coaching, Beratung und Mentoring.

Zwar reifte diese vage Idee, diese gefühlsmässige Ausrichtung schon eine ganze Weile in mir, doch der entscheidende Landing Point – der Moment, in dem plötzlich Klarheit in mir entstand – kam durch ein Seminar, von dem ich eigentlich etwas ganz anderes erwartet hatte.

Und dies hatte nichts mit Analyse oder klassischem Grübeln und Abwägen zu tun, sondern mit einem gut geführten Zugang zu meiner eigenen Wahrnehmung und Intuition und dem Öffnen für fühlbare Impulse.


Eine leise Sehnsucht

Es geschah vor vielen Jahren, als ich mich auch privat gerade in einer Umbruchsituation befand. Ich hatte mich entschlossen, mich in komplettes Neuland zu begeben und die Schweiz zu meiner neuen Wahlheimat zu erkoren. Und als wäre das noch nicht genug der Abenteuer, verfolgte ich meinen Wunsch, fortan in einer sehr grossen Gemeinschaft, einem Ökodorf, zu leben.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mir bereits eine erfolgreiche Selbständigkeit in Deutschland aufgebaut, deren stabilen Kundenstamm ich nach den mittlerweile 15 Jahren auch von der Schweiz aus weiter hätte betreuen können – für deren grössten Teil ich auch bis heute noch präsent bin.

Gleichzeitig trug ich seit einigen Jahren schon eine leise Sehnsucht in mir.
Mit der Zeit war mir immer mehr bewusst geworden, dass meine eher nerdige Seite – die junge Frau in mir, die es liebte, sich tief im Code zu vergraben und komplexe Programmierungen zu optimieren – einen kleineren Anteil meiner Persönlichkeit ausmachte als ich anfangs dachte.
Oder sie nahm ab – zugunsten des Anteils in mir, der es liebte mit Menschen zu sein, sie wahrhaft zu spüren – zu fühlen, was in ihnen vorgeht, sie bewegt, und sie darin zu begleiten, sich selbst und ihre Ziele immer mehr zu verwirklichen.

Was sich in mir erst zaghaft und schliesslich immer stärker zu regen begann, war der Wunsch, viel mehr mit Menschen zu arbeiten und sie intensiver in ihren Entwicklungsprozessen zu begleiten. Doch so sehr ich auch versuchte mich nach möglichen Wirkungsfeldern umzusehen und darüber nachzugrübeln, war doch nie dieses klare „Ja“ in mir, dieses „Ja, das ist es“ oder „Ja, das will ich machen“.


Umwege sind auch Wege

Der Pfad, der mich meinem Wendepunkt näherbringen sollte, war mein Vorhaben in Gemeinschaft zu leben.

Wie in den meisten stabil aufgesetzten Ökodorfern gab es auch in diesem erwählten einen klar strukturierten Annäherungsprozess. Dieser soll einem selbst und der Gemeinschaft unter verschiedenen Gesichtspunkten zeigen, ob man überhaupt die Voraussetzungen mitbringt in Gemeinschaft zu leben. Denn das ist nicht ganz ohne und teilweise sehr viel kritischer als mit einer potenziellen Arbeitsumgebung im Unternehmen zurechtzukommen: In Gemeinschaft entsteht eine Vielzahl an zwischenmenschlichen Beziehungen, die über das Mass der reinen Zusammenarbeit weit hinausgeht, was ein ungleich höheres Konfliktpotenzial mit sich bringt – und vor allem: Man kann dem kaum entfliehen, denn dort, wo man lebt, gibt es keinen Feierabend.

Es braucht also einen ganzen Werkzeugkoffer an Soft Skills, die bestenfalls auch schon gut eingeübt sein sollten: Kommunikationsfähigkeit, Konfliktfähigkeit und Konfliktlösungsbereitschaft, Lust auf Engagement und eine gute Portion an Energie, sowie allen voran die echte Bereitschaft zur Selbstreflexion.

Ich begab mich also in das Einführungs-Seminar dieser Gemeinschaft, das darauf ausgelegt war, den Interessierten einige in der Gemeinschaft verwendete Tools dahingehend nahezubringen – und die Teilnehmenden gleich auch darin zu erleben.

An dieser Stelle möchte ich kurz einhaken: Diese Tools sind keineswegs irgendwelche zufälligen Experimente, sondern langjährig erprobte Methoden aus überwiegend sehr professionellen Kontexten. In Gemeinschaften und Ökodörfern begegnet man auffallend vielen Menschen mit Erfahrung in Coaching, Therapie und Prozessarbeit – und vielfältigen weiteren ansehnlichen Kompetenzen.

Das besagte Workshop-Format im Seminar, das mein Leben nachhaltig verändern sollte, nannte sich „Intuitive Solutions“ oder „Fokusarbeit“ und stammt ursprünglich aus dem Findhorn Ecovillage.

– Einige Monate später wurde ich selbst in der Anleitung dieser Methode gelehrt und habe sie seitdem mehrmals im Jahr mit jedes Mal aufs Neue wunderbaren Gruppen von aufgeschlossenen Menschen praktiziert. Heute nutze ich diese Methode ergänzend auch in meinen Workshops. Das Format nenne ich inzwischen „Intuitive Wegweisung“. –


Was ist genau mein Thema?

Die Fokusarbeit ist wie der Name sagt zunächst eine Arbeit am eigenen Fokusthema und damit eine Form des Coaching-Grundsatzes: Mit das Wichtigste im Coaching-Prozess ist herauszukristallisieren, worum es eigentlich wirklich geht.

In dieser Methode wird der Formulierung des Fokusthemas allerdings besonders viel Raum gegeben.
Es ist ein geführter Kleingruppenprozess, in dem auch die anderen Mit-Teilnehmenden eine Rolle spielen, indem sie ihre eigenen Wahrnehmungen und Impulse dazu einbringen können, wenn gewünscht. Eine Co-Kreation, die in jedem einzelnen der Beteiligten etwas berührt und in Bewegung bringt.

In dem Seminar landete ich also ohne das Programm vorher zu kennen in einer Kleingruppe von Menschen, die alle ein bestimmtes Thema mitbrachten und vom Focalizer behutsam darin begleitet wurden. Am Vorabend erhielten wir lediglich die „Hausaufgabe“, ein Thema zu finden, das wir für uns klären möchten.

So fasste ich mir ein Herz und ging mit meinem Thema in den Workshop, herauszufinden, was ich denn beruflich machen, also wohin ich mich konkret neu orientieren möchte, was mir wirklich entspricht.

In der Phase der Themenklärung verdichtete sich meine Formulierung auf:
„Ich finde das meinem Wesen entsprechende berufliche Wirken.“

Bham! Das sitzt und hat Kraft!


Ein Raum für Antworten

In den weiteren Phasen der Intuitiven Wegweisung arbeitet man mit speziellen Karten, die neue Perspektiven, innere Bilder und intuitive Impulse anregen können – der Schwerpunkt liegt dabei immer bei einem selbst, helfende Hinweise kommen aus der Gruppe, der Focalizer führt den Prozess, fasst zusammen, verdichtet, bringt es oft auf den Punkt.

Auf diese Art und Weise begegnet der Teilnehmende meist genau den Qualitäten in sich selbst, die ihm eine Antwort geben können oder selbst bereits Teil dieser Antwort sind, sowie auch seinen eigenen Blockaden, die ihn bisher dabei behindert haben. Der Gesamtprozess ist dabei oft so treffend und klar, dass sich entweder noch im Workshop selbst oder in den darauffolgenden Wochen eine sehr klare innere Antwort zeigt.

In meinem eigenen Fokusthemen-Prozess erkannte ich zum einen meine Stärke, Menschen zu ermutigen und in die Freude und Leichtigkeit zu bringen – also wesentliche Teile in mir, wie ich auf Menschen wirke.

Zum anderen wurde mir eine innere Sorge bewusst, in die Bedürfnisse anderer Menschen eventuell zu viel Kraft hineinzugeben, wenn ich meine eigenen Bedürfnisse nicht ernst genug nehme. Dies schärfte meine Aufmerksamkeit dafür, hier wachsam zu bleiben und mir auch die entsprechenden Tools anzueignen und gegebenenfalls professionelle Settings wie Supervision wahrzunehmen.

Durch einen weiteren Qualitäts-Impuls wurde mir augenblicklich klar, dass mein Wunsch nicht ist, Menschen etwas „abzunehmen“, sondern ihnen bei der Klärung ihrer eigenen Themen zu helfen, indem ich sie dabei begleite.


Wenn Entscheidungen reifen dürfen

Zum Ende des Workshops hatte ich so schon ein gutes Gefühl und Bild in mir von der Art und Weise wie ich wirken möchte. Das Was konnte ich in diesem Moment allerdings noch nicht benennen.

Vielmehr wirkte dieser Prozess noch die folgenden zwei Wochen in mir nach, bis ich es auf einmal schliesslich wusste: Ich will Coach werden.

Was mir dabei gleichzeitig auch völlig klar war: Ich will nicht irgendein Coach werden, sondern möchte eine qualitativ hochwertige Ausbildung absolvieren, anerkannt, nachhaltig und fundiert.


Von der Klarheit zur Umsetzung

Noch am selben Tag setzte ich mich hin und recherchierte nach Coaching-Instituten und fand das CoachingPlus Institut, deren Ausrichtung exakt meiner eigenen entsprach. Und plötzlich war da ein sehr klares inneres Ja. – Und das fühlte sich gut an: So klar, deutlich, fast schon wie selbstverständlich.

So organisierte ich mir diese modulhafte Ausbildung (mit potenzieller Aufbaumöglichkeit zur Betrieblichen Mentorin), startete wenige Monate später und schloss sie 2023 mit der Zertifizierung zum Systemischen Coach CP ab.

Parallel wurde ich – mittlerweile als fester Teil der Gemeinschaft – ins Seminarleitungsteam geholt und als Focalizer für die verschiedenen Seminar-Slots wie auch diesem Workshop angelernt. Drei Jahre lang begleitete ich somit verschiedene Gruppen in diesen oft verblüffenden Antwortfindungs-Prozessen.


Was daraus entstanden ist

Inzwischen lebe ich nicht mehr in der Gemeinschaft und habe mit meinem Umzug nach Bern noch einmal die Region gewechselt.

Meine persönliche Erfahrung mit diesem Workshop hat in mir eine solche Faszination hinterlassen, dass ich auch heute in meiner eigenen Praxis mit dieser Methode arbeite – in Form von Halbtages-Workshops.

Was mich daran immer wieder berührt:
Ich muss keine Antworten geben und sie auch nicht über Kopfarbeit herausarbeiten. Stattdessen entsteht in einer gewissen Leichtigkeit Raum für das, was sich von selbst zeigen will – und genau diesen Prozess begleite ich achtsam und präsent.

Manchmal darf ich Klienten auch in ihren weiteren Schritten zur tragfähigen Umsetzung durch einen achtsamen Coaching-Prozess begleiten.


Raum für das,
was sich zeigen will.

Wenn Sie beim Lesen gemerkt haben, dass in Ihnen selbst ein Thema anklopft und Sie diesem in einem solchen Workshop-Format Raum geben möchten, finden Sie hier weitere Informationen:
→ Zum Workshop „Intuitive Wegweisung“

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